Herzerls Kreativecke
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Gartenwerkzeug einwintern: Pflege von Schere, Spaten und Rasenmäher

1. August 2026

Jeden Herbst dasselbe Bild: Die Gartensaison ist vorbei, die letzten Blätter sind zusammengerecht, und das Werkzeug landet achtlos irgendwo in der Garage. Im Frühling wundert man sich dann, warum die Schere klemmt, der Spaten rostige Flecken hat und der Rasenmäher partout nicht anspringen will. Dabei braucht die Winterpflege kaum mehr als eine Stunde Zeit – die zahlt sich aber über Jahre hinweg aus.

Warum sich die Herbstpflege wirklich lohnt

Feuchtigkeit, Erdreste und Pflanzensäfte sind die größten Feinde von Metall und Motor. Bleiben sie über Monate am Werkzeug haften, setzt Korrosion ein, Klingen werden stumpf und Dichtungen porös. Ein Spaten, der jahrelang ungereinigt in der Ecke lehnt, verliert spürbar an Schärfe und Standfestigkeit im Boden.

Wer im Herbst zehn Minuten pro Gerät investiert, spart sich im Frühjahr das mühsame Rostentfernen oder gar einen Neukauf. Gerade bei hochwertigen Scheren aus Solingen-Stahl oder einem gut eingelaufenen Benzinmäher zahlt sich die Pflege besonders aus.

Gartenscheren und Astscheren richtig reinigen

Zuerst kommt grober Schmutz mit einer Drahtbürste oder einem alten Lappen herunter. Harzige Rückstände, wie sie nach dem Schneiden von Nadelgehölzen entstehen, lösen sich gut mit etwas Spiritus oder Terpentinersatz auf einem Tuch. Danach die Schere mit klarem Wasser abwischen und sofort gründlich trockenreiben, damit sich kein neuer Rost bildet.

Rost entfernen und Klingen schärfen

Leichte Roststellen verschwinden mit feiner Stahlwolle oder einem Schleifschwamm, bei hartnäckigeren Flecken hilft Essigessenz für ein paar Minuten einwirken lassen. Anschließend wird die Klinge mit einem Schärfstein oder einer Diamantfeile in einem Winkel von etwa 20 bis 25 Grad nachgeschärft – meist reichen fünf bis acht Züge pro Seite.

Zum Abschluss ein paar Tropfen 3-in-1-Öl oder Nähmaschinenöl auf das Gelenk und die Klinge geben, kurz öffnen und schließen, damit sich das Öl verteilt. Wer es klassisch mag, reibt die blanken Metallteile stattdessen mit einem in Leinöl getränkten Lappen ein – das schützt genauso zuverlässig und riecht nach echter Werkstatt.

Spaten, Grabegabel und Hacke einwintern

Bei Spaten und Grabegabel sammelt sich meist Erde an Blatt und Zinken, die man am besten noch feucht mit einem Spachtel oder einer harten Bürste abkratzt. Erst wenn kein Erdrest mehr haftet, folgt das Abtrocknen und die Rostkontrolle wie bei der Schere. Holzstiele profitieren zusätzlich von einer dünnen Schicht Leinöl, die das Holz geschmeidig hält und Risse verhindert.

Ein Trick, den viele Gärtner in Österreich noch von den Großeltern kennen: einen Eimer mit trockenem Sand füllen, etwas Motoröl oder Leinöl untermischen und die Metallteile der Werkzeuge ein paarmal hineinstoßen. Der Sand poliert dabei leicht die Oberfläche, während das Öl einen dünnen Schutzfilm hinterlässt.

Rasenmäher fit für den Winter machen

Beim Rasenmäher hängt die Einwinterung stark davon ab, ob es sich um ein Benzin- oder Elektrogerät handelt. In beiden Fällen sollte zuerst die Unterseite des Mähwerks von Grasresten befreit werden, am besten mit Holzspachtel und Wasserschlauch, nie mit dem Finger in der Nähe des Messers.

Benzinmäher vs. Elektromäher

Bei Benzinmähern empfiehlt es sich, den Tank vor der Winterpause leer zu fahren oder mit einem Kraftstoffstabilisator zu versetzen, da altes Benzin im Frühjahr Startprobleme verursacht. Zusätzlich lohnt sich ein Ölwechsel im Herbst, weil verbrauchtes Motoröl über den Winter aggressiver auf Dichtungen wirkt als frisches.

Elektro- und Akkumäher brauchen keinen Kraftstoffwechsel, dafür sollte der Akku ausgebaut und an einem kühlen, aber frostfreien Ort mit etwa 40 bis 60 Prozent Ladung gelagert werden. Ein komplett leerer oder ständig voll geladener Akku verliert über den Winter deutlich an Kapazität.

Folgende Punkte gehören bei jedem Mähertyp zur Checkliste vor dem Einlagern:

Der richtige Lagerplatz für den Winter

Selbst bestens gepflegtes Werkzeug leidet, wenn der Lagerort falsch gewählt ist. Ideal ist ein trockener, frostfreier Raum mit möglichst gleichbleibender Temperatur, etwa eine Gartenhütte mit Boden oder ein Kellerabteil, aber kein ungedämmter Blechschuppen, in dem sich Kondenswasser bildet.

Scheren und Handwerkzeuge hängt man am besten an einer Wand auf statt sie am Boden zu stapeln, das schont die Klingen und man behält den Überblick. Für den Rasenmäher reicht eine Abdeckplane, wichtig ist nur, dass darunter keine Restfeuchte eingeschlossen wird – vorher also wirklich vollständig trocknen lassen.

Wer diese Handgriffe jeden Herbst konsequent durchzieht, merkt schon nach ein, zwei Jahren den Unterschied: Die Schere schneidet sauberer, der Spaten gleitet müheloser durch den Boden, und der Mäher springt im Frühling beim ersten Zug an. Die investierte Stunde im Herbst erspart im Frühjahr Ärger, Zeit und nicht selten auch Geld für Ersatzteile.