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Was am Mähroboter nach der ersten Saison kaputtgeht – und was davon harmlos ist

Von Sandra · Garten & DIY

Ein Anruf im März

Eine Freundin hat mich im Frühjahr angerufen, ziemlich fertig: Ihr Roboter, im Vorjahr neu gekauft, fährt nach dem Winter nur noch im Kreis und findet die Station nicht mehr. „Ist der jetzt hin?“ war ihre erste Frage. War er nicht. Es waren zwei verdreckte Kontaktbleche und ein Sensorfenster voller Spinnweben, zwanzig Minuten Arbeit.

Das ist typisch. Nach der ersten Saison geht selten wirklich etwas kaputt – aber es sammeln sich ein paar kleine Zipperlein an, die zusammen den Eindruck machen, das Gerät sei am Ende. Ich schreibe hier zusammen, was mir bei Ferdinand und bei Geräten im Bekanntenkreis nach dem ersten Jahr untergekommen ist, sortiert danach, wie ernst es tatsächlich ist.

Die Klassiker: harmlos, aber lästig

Fangen wir mit dem an, was fast jeden trifft und was du selbst beheben kannst.

  • Verdreckte Ladekontakte: Die Metallzungen an Station und Gerät oxidieren über den Winter und bekommen einen matten Belag. Der Roboter dockt an, lädt aber nicht oder nur zäh. Ein Radiergummi oder ein feines Schleifvlies, ganz sanft, und die Sache ist erledigt.
  • Schwergängige Räder: In den Radachsen wickelt sich über eine Saison erstaunlich viel Gras auf, dazu Erde und bei uns Hundehaare. Wenn sich ein Rad nicht mehr frei drehen lässt, fährt das Gerät Bögen statt gerader Linien. Räder ab, alles herausklauben, wieder drauf.
  • Verklebtes Schnittsystem: Unter dem Mähteller sitzt nach dem Herbst eine Schicht aus getrocknetem Grassaft, die hart wie Kunststoff wird. Ein Holzspatel und lauwarmes Wasser helfen, ein Hochdruckreiniger auf keinen Fall – der treibt Wasser in die Lager.
  • Blinde Sensorfenster: Regensensor, Hebesensor, bei neueren Geräten die Kameralinse. Alles wird über eine Saison stumpf. Weiches Tuch, kein Scheuermittel.

Bei Ferdinand war es im zweiten Frühling genau die Radachse. Ich habe eine Woche lang gerätselt, warum er ständig an derselben Ecke hängen bleibt, bis ich das Rad in die Hand genommen habe. Da war ein Grasfilz drin, den man fast als Filzpatschen hätte weiterverwenden können.

Was mich echtes Geld gekostet hat: das Begrenzungskabel

Der häufigste tatsächliche Defekt im ersten Jahr ist bei kabelgeführten Geräten nicht das Gerät, sondern das Kabel. Und die Ursache ist fast immer der Mensch mit einem Werkzeug in der Hand: Spaten, Vertikutierer, Kantenstecher, Rasenlüfter.

Bei uns war der Vertikutierer der Übeltäter. Ich habe im zweiten Frühjahr vertikutiert und dabei an zwei Stellen das noch nicht ganz eingewachsene Kabel erwischt. Die Fehlersuche war das eigentlich Mühsame – die Bruchstelle sieht man von oben nämlich nicht.

So habe ich die Bruchstelle gefunden

  • Halbierungsverfahren: Kabel in der Mitte auftrennen, jede Hälfte einzeln an die Station hängen und schauen, welche Hälfte noch ein Signal gibt. Dann die kaputte Hälfte wieder halbieren. Nach vier, fünf Durchgängen ist man beim Meter.
  • Das Radio-Trickerl: Ein altes Mittelwellenradio am Kabel entlangführen. Solange Signal da ist, brummt es. Wo das Brummen aufhört, liegt der Bruch. Hat bei mir tatsächlich funktioniert.
  • Danach gescheit flicken: wasserdichte Gelverbinder, nicht einfach verdrillen und Isolierband drum. Der zweite Bruch an derselben Stelle kommt sonst im nächsten Frühjahr.

Seither steche ich vor jedem Vertikutieren den Kabelverlauf mit kleinen Stäbchen ab. Sieht albern aus, spart aber Nerven.

Der Akku: nach einer Saison meist kein Thema

Wenn jemand nach dem ersten Winter sagt, der Akku sei hin, stimmt das erfahrungsgemäß in neun von zehn Fällen nicht. Was tatsächlich passiert: Das Gerät wurde vollgeladen oder komplett leer über den Winter im kalten Schuppen gelagert, und der Akku ist in einen Tiefschlaf gefallen. Oft hilft es schon, ihn ein paarmal komplett zu laden und wieder herunterzufahren.

Ein echter Kapazitätsverlust nach einer einzigen Saison wäre ungewöhnlich und ist meist ein Garantiefall. Bevor du also einen Ersatzakku bestellst: erst laden, testen, und die Fahrzeit mit dem Wert im Handbuch vergleichen. Wenn er statt siebzig noch sechzig Minuten fährt, ist alles normal. Wenn er nach zwanzig Minuten in die Station kriecht, meldest du das beim Händler.

Wo es unangenehm wird: Feuchtigkeit und Elektronik

Die wirklich ärgerlichen Defekte im ersten Jahr haben fast alle mit Wasser zu tun, das dorthin gekommen ist, wo es nicht hingehört. Drei Ursachen habe ich beobachtet:

  • Falsch gereinigt: Gartenschlauch oder Hochdruckreiniger direkt aufs Gehäuse. Die Geräte sind gegen Regen von oben geschützt, nicht gegen einen Strahl von unten ins Chassis.
  • Ungeschützt überwintert: Ein Bekannter hat das Gerät im offenen Carport stehen lassen. Im Frühjahr war Kondenswasser in der Bedieneinheit und das Display hat gestreift.
  • Station im Regenschatten von nichts: Die Ladestation steht bei vielen völlig frei. Sie hält das aus, aber die Kontakte danken es einem, wenn ein Dacherl darüber ist.

Aus dem Grund habe ich Ferdinand seinerzeit die Garage gebaut. Nicht wegen der Optik, sondern weil die Station dadurch trocken bleibt und die Elektronik es im Sommer nicht dauernd zwischen praller Sonne und Gewitterguss aushalten muss.

Was eindeutig zum Händler gehört

Bei aller Bastelfreude gibt es Dinge, an denen ich nicht herumschraube, und die im ersten Jahr ohnehin unter die Gewährleistung fallen sollten:

  • Auffällige Geräusche aus dem Antrieb – Mahlen, Knirschen, rhythmisches Klacken. Das ist ein Getriebe oder ein Lager, und das öffnet man nicht am Küchentisch.
  • Der Mähteller eiert sichtbar oder das Gerät vibriert deutlich. Meist eine verbogene Welle nach einem Steinkontakt.
  • Risse im Gehäuse unterhalb der Wasserlinie.
  • Wiederkehrende Fehlermeldungen, die auch nach Reinigung und Neustart bleiben.

Hebe die Rechnung auf und schreib dir auf, wann welcher Fehler aufgetreten ist. Das klingt pedantisch, aber im Gespräch mit dem Händler bist du mit drei konkreten Daten deutlich besser dran als mit „das macht der schon länger manchmal“.

Mein Fazit nach mehreren ersten Saisonen

Der Eindruck, ein Mähroboter falle nach einem Jahr auseinander, entsteht fast immer aus einer Handvoll Kleinigkeiten, die gleichzeitig auftreten und sich zu einem großen Ärgernis addieren. Wenn du im Frühjahr eine halbe Stunde investierst – Räder frei machen, Kontakte blank putzen, Unterseite säubern, Sensorfenster wischen, frische Klingen drauf – erledigt sich der Großteil davon von selbst.

Was wirklich kaputtgeht, ist im ersten Jahr überschaubar: das Begrenzungskabel, weil man selbst hineingestochen hat, und gelegentlich Elektronik, weil Wasser dort war, wo keines hingehört. Beides ist vermeidbar, und beides ist kein Grund, an der Anschaffung zu zweifeln.

Meine Freundin fährt übrigens heuer die vierte Saison mit demselben Gerät. Sie ruft nur noch an, wenn sie wissen will, welche Klingen ich gerade verwende. Passt eh.

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