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Eine Mähroboter-Garage selber bauen: Mein DIY-Projekt fürs Wochenende

Von Sandra · Garten & DIY

Warum mein Roboter ein Dach über dem Kopf bekommen hat

Zwei Sommer lang ist unser Mähroboter bei jedem Wetter offen an seiner Ladestation gestanden. Sonne, Gewitterregen, Hagel im Juni – der Arme hat alles abbekommen. Irgendwann ist mir aufgefallen, dass die Kunststoffhaube an der Oberseite schon merklich ausgeblichen war, und die Kontakte der Ladestation haben nach nassen Wochen auch nicht mehr taufrisch ausgeschaut. Da war für mich klar: Der Kleine kriegt ein Dach über den Kopf. Und weil ich sowieso ständig einen Vorwand zum Werken suche, wurde daraus ein feines kleines Wochenendprojekt.

Eine Mähroboter-Garage ist ehrlich gesagt eines der dankbarsten DIY-Projekte, die ich in den letzten Jahren gebaut habe. Man braucht kein Profi-Werkzeug, das Material ist überschaubar, und am Ende steht etwas im Garten, das täglich einen Zweck erfüllt. Dazu kommt: Gekaufte Garagen sind oft überraschend teuer und schauen dabei meistens aus wie graue Plastikschachteln. Selber bauen ist günstiger, und es darf hübsch werden.

Vorher nachdenken: Platz, Maße und die Anfahrt

Bevor die erste Schraube gedreht wird, lohnt sich ein bisserl Planung – ich spreche da aus Erfahrung, denn mein erster Entwurf war schlicht zu knapp bemessen. Der Roboter braucht nämlich nicht nur Platz zum Stehen, sondern auch Luft rundherum und eine freie Anfahrt zur Ladestation.

  • Ausmessen mit Zugabe: Miss deinen Roboter samt Ladestation aus und gib auf jeder Seite mindestens 10 bis 15 Zentimeter dazu. In der Höhe großzügig sein, damit Deckel, Antenne und Stopptaste frei bleiben.
  • Anfahrtsweg freihalten: Vor der Garage braucht der Roboter eine gerade, ebene Einfahrt. Keine Schwelle, keine Kante, kein Blumentopf im Weg – er dockt sonst schief an.
  • Kein Boden in der Garage: Die Ladestation bleibt auf ihrer Original-Platte am Boden stehen. Ein eigener Garagenboden mit Kante würde nur beim Andocken stören.
  • Standort: Halbschatten ist ideal. Unter einem Obstbaum würde ich sie nicht hinstellen – Fallobst und klebriger Blütenhonig machen nur Arbeit.

Wichtig ist auch, dass die Garage das Signal zwischen Roboter und Station nicht stört. Mit einer Holzkonstruktion bist du auf der sicheren Seite; auf großflächiges Blech rundherum würde ich verzichten und die Front sowieso offen lassen.

Material und Werkzeug: Was ich verwendet habe

Ich habe auf Lärchenholz gesetzt, weil es auch unbehandelt gut mit dem Wetter zurechtkommt und mit der Zeit diese schöne silbergraue Patina bekommt. Douglasie geht genauso, und wer Reste vom letzten Projekt herumliegen hat, nimmt natürlich die. Meine Einkaufsliste war überschaubar:

  • Vier Kanthölzer als Eckpfosten, bei mir etwa 45 Zentimeter hoch vorne, hinten etwas niedriger für die Dachneigung.
  • Glattkantbretter für die zwei Seitenwände und die Rückwand – die Front bleibt komplett offen.
  • Bretter oder eine Siebdruckplatte fürs Dach, dazu Dachpappe als Regenschutz obendrauf.
  • Rostfreie Schrauben, zwei Scharniere (dazu gleich mehr) und ein Rest Leinölfirnis für die Schnittkanten.
  • Werkzeug: Handkreissäge oder Fuchsschwanz, Akkuschrauber, Winkel, Bleistift, Schleifpapier. Mehr war es wirklich nicht.

So habe ich gebaut: Schritt für Schritt

Der eigentliche Bau war an einem Samstagnachmittag erledigt, mit Kaffeepause und einem kurzen Regenschauer dazwischen. So bin ich vorgegangen:

  • Zuschnitt: Alle Teile nach Maßliste zuschneiden und die Kanten kurz anschleifen, damit man sich später keinen Schiefer einzieht.
  • Seitenteile bauen: Je zwei Pfosten mit den Brettern zu einem Seitenteil verschrauben. Ich habe die Bretter mit einer kleinen Fuge montiert, damit Luft durchstreichen kann und die Feuchtigkeit nicht steht.
  • Rückwand anschrauben: Die beiden Seitenteile mit der Rückwand verbinden. Ab da steht das Gestell schon von selbst.
  • Dach mit Gefälle: Das Dach nach hinten abfallend montieren, damit der Regen hinter der Garage abrinnt und nicht in die Einfahrt. Dachpappe drauftackern, Ränder umschlagen, fertig.
  • Aufklappbares Dach: Ich habe das Dach mit zwei Scharnieren an der Rückseite befestigt. So komme ich zum Reinigen und für den Klingenblick bequem von oben hin, ohne die Garage zu verrücken. Das war nachträglich betrachtet die beste Idee am ganzen Projekt.
  • Aufstellen und verankern: Garage über die Ladestation stellen, ausrichten, ein paar Proberunden andocken lassen. Danach habe ich sie mit zwei Erdankern gesichert, damit sie ein Föhnsturm nicht durch den Garten trägt.

Die Kür: Aus der Garage ein Schmuckstück machen

Funktionieren allein ist mir zu wenig, ein bisserl hübsch darf es auch sein – wir sind hier ja schließlich in meiner Kreativecke. Bei uns hat die Garage ein Mini-Gründach bekommen: eine flache Kiste am Dach, mit Teichfolie ausgelegt, ein paar Zentimeter magere Erde hinein und mit Sedum-Ablegern aus dem Steingarten bepflanzt. Das schaut entzückend aus, braucht praktisch keine Pflege und die Bienen mögen es auch.

Ein paar andere Ideen, die ich bei Bekannten gesehen habe oder noch am Zettel stehen habe: die Seitenwände in einem freundlichen Farbton lasieren, ein kleines Namensschild über die Einfahrt (unser Roboter heißt übrigens Ferdinand), eine Hausnummer aus Restholz oder eine Rankhilfe an der Rückwand für eine Kapuzinerkresse. Nur zuwachsen lassen sollte man die Einfahrt natürlich nicht – Ferdinand mag freie Bahn.

Mein Fazit nach einem Jahr mit Garage

Die Garage steht jetzt gute vier Jahreszeiten im Garten, und ich würde sie sofort wieder bauen. Der Roboter steht trocken, die Haube bleicht nicht weiter aus, die Ladekontakte schauen deutlich besser aus als vorher, und beim Gewitter muss ich nicht mehr ans Hinausräumen denken. Gekostet hat mich der Spaß einen Bruchteil einer gekauften Garage – und gehalten hat sie bis jetzt jedem Wetter stand.

Wenn du also ein Wochenendprojekt suchst, das Werken, Garten und einen echten Nutzen verbindet: Bau deinem Mähroboter ein Dach über den Kopf. Es muss nicht perfekt werden, meines ist es auch nicht – die eine Seitenwand ist ein bissl schief, aber das sieht nur, wer es weiß. Und jetzt wisst ihr es alle. Macht nichts, Ferdinand hat sich noch nie beschwert.

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