Was ein Mähroboter im Jahr wirklich kostet: mein Kassabuch nach vier Saisonen
Eine Frage, die mir keiner beantworten wollte
Vor dem Kauf habe ich mich durch etliche Seiten gelesen und überall dieselbe Auskunft gefunden: „Die Betriebskosten sind gering.“ Toll. Wie gering? Zehn Euro? Zweihundert? Darauf hat mir niemand geantwortet, also habe ich es selbst mitgeschrieben. Seit Ferdinand bei uns eingezogen ist, notiere ich jeden Beleg, der mit ihm zu tun hat, auf einem Zettel im Geräteschuppen.
Jetzt, nach vier Saisonen, kann ich die Frage endlich beantworten. Vorweg: Die Zahlen gelten für unseren Garten mit rund 400 Quadratmetern Rasen, für ein Mittelklassegerät mit Begrenzungskabel und für einen Mähplan von etwa fünf Tagen die Woche. Bei dir kann das ordentlich abweichen. Aber die Größenordnung stimmt wohl.
Der Strom: die Überraschung nach unten
Das war der Punkt, vor dem ich am meisten Respekt hatte, und er ist am Ende der kleinste. Ich habe im zweiten Jahr ein Zwischensteckermessgerät zwischen Steckdose und Ladestation gehängt und es die ganze Saison drin gelassen.
Herausgekommen sind über die Saison von April bis Oktober rund 42 Kilowattstunden. Zum aktuellen Tarif sind das etwa zwölf bis fünfzehn Euro. Für sieben Monate. Ich habe das Messgerät danach noch einmal an unseren alten Elektromäher gehängt, aus Neugier, und der zieht pro Mähvorgang natürlich mehr, mäht aber viel seltener. Unterm Strich nehmen die beiden sich weniger, als ich gedacht hätte – der Roboter fährt eben ständig, aber mit einem sehr kleinen Motor.
Wichtig ist die Standby-Leistung der Station. Die läuft nämlich auch dann, wenn der Roboter im Schuppen überwintert. Bei uns waren das umgerechnet ein paar Euro im Winter, für nichts. Seit ich die Station in der kalten Jahreszeit ausstecke, ist auch dieser Posten weg.
Die Klingen: der größte laufende Brocken
Hier geht das meiste Geld hin, und zwar nicht, weil ein Satz teuer wäre, sondern weil es viele Sätze werden. Ich wechsle bei uns etwa alle sechs bis acht Wochen, in der wüchsigen Zeit im Mai eher öfter. Über eine Saison sind das bei mir vier bis fünf Sätze.
- Preis pro Satz: je nach Bezugsquelle und Menge grob zwischen vier und zwölf Euro. Größere Packerl sind spürbar günstiger als einzelne Sätze.
- Menge pro Saison: bei uns vier bis fünf Sätze, also über den Daumen dreißig bis fünfzig Euro im Jahr.
- Was den Verbrauch treibt: Sand im Rasen, Maulwurfshügel, harte Bodenstellen, herabfallende Zweige. In unserem ersten Jahr, als der Rasen noch buckelig war, habe ich deutlich mehr gebraucht als heute.
Ein Detail, das ich erst spät kapiert habe: Auch die kleinen Schräubchen, mit denen die Klingen sitzen, sind Verschleißteile. Ich tausche sie inzwischen bei jedem zweiten Klingenwechsel mit, weil ein rundgedrehter Schraubenkopf ein wirklich ärgerlicher Nachmittag ist.
Der Akku: der Posten, den man verdrängt
Der Akku kostet in den ersten Jahren gar nichts – und dann auf einen Schlag richtig. Bei uns ist der originale nach der vierten Saison merklich schwächer geworden. Ferdinand fährt jetzt kürzere Runden und muss öfter laden. Gemäht wird die Fläche noch immer, es dauert nur länger.
Was ein Ersatzakku kostet, hängt stark vom Hersteller ab; die Spanne reicht von unter hundert Euro bis zu Beträgen, bei denen man ernsthaft über ein neues Gerät nachdenkt. Wenn man das auf die Lebensdauer umlegt, kommt man je nach Modell auf grob zwanzig bis vierzig Euro pro Jahr, die man eigentlich zurücklegen müsste. Ich habe das jahrelang nicht getan und war dann überrascht. Lernen durch Schmerz, wie so oft im Garten.
Was die Akku-Lebensdauer bei uns verlängert hat
- Im Winter nicht voll und nicht leer lagern: etwa halb geladen im frostfreien Schuppen, das empfehlen die meisten Hersteller und es hat bei uns gepasst.
- Nicht Tag und Nacht durchfahren lassen: Ein Mähplan mit Pausen schont den Akku und den Rasen gleichermaßen.
- Bei Hitze nicht in der prallen Sonne laden: Unsere Station steht seit dem zweiten Jahr im Halbschatten, seither wird das Gerät im Sommer nicht mehr so heiß.
Die kleinen Posten, die sich summieren
Neben den drei großen Brocken gibt es eine Handvoll Kleinigkeiten, die einzeln lächerlich wirken und zusammen doch etwas ausmachen.
- Begrenzungskabel und Verbinder: Bei uns waren es in vier Jahren drei Reparaturstellen – zweimal Spaten, einmal ein Marder oder was auch immer. Ein paar Euro pro Klemme.
- Heringe: Die kommen nach ein paar Jahren mit dem Vertikutierer heraus oder rosten durch. Ein Nachkaufpackerl alle zwei bis drei Jahre.
- Reinigung: Eine Bürste, gelegentlich ein Kunststoffreiniger. Kaum der Rede wert, aber es ist nicht null.
- Überwinterung: Bei uns nichts, weil ich das selbst mache. Wer das Gerät im Fachbetrieb einwintern und durchsehen lässt, zahlt dafür meist einen zweistelligen Betrag, oft mit Klingenwechsel und Akkucheck inklusive.
Die Rechnung in einer Zeile
Wenn ich alles zusammenzähle, was bei uns tatsächlich pro Jahr angefallen ist, ohne Anschaffung und ohne größere Reparatur, lande ich bei ungefähr sechzig bis neunzig Euro. Rechne ich die Akku-Rücklage ehrlich mit ein, sind es eher hundert bis hundertdreißig.
Ist das viel? Ich habe es einmal gegengerechnet: Unser alter Mäher hat auch Strom gebraucht, hat Messer zum Nachschleifen gehabt, und irgendwann wäre ein neuer fällig gewesen. Der ehrliche Unterschied ist nicht das Geld, sondern die Zeit. Ich habe früher pro Saison locker fünfzehn bis zwanzig Stunden mit Mähen verbracht. Diese Stunden stecke ich heute lieber ins Hochbeet.
Wo man wirklich sparen kann – und wo nicht
Beim Strom kann man nichts sparen, da ist ohnehin nichts zu holen. Bei den Klingen schon: größere Gebinde statt Einzelsätze, und vor allem ein Rasen ohne Steine und Buckel. Die Arbeit, die ich in das Einebnen der Fläche gesteckt habe, hat sich bei den Klingen bezahlt gemacht, das sehe ich am Zettel im Schuppen ganz deutlich.
Wo ich vom Sparen abraten würde: bei den Klingen selbst länger fahren, als sie halten. Ein stumpfer Schnitt kostet dich nichts am Konto, aber der Rasen wird fleckig und anfällig, und dann bist du beim Nachsäen und Düngen schnell bei einem Vielfachen der eingesparten paar Euro. Und beim Akku: einen No-Name-Ersatz für ein Drittel des Preises hat ein Bekannter probiert, der war nach eineinhalb Jahren hin.
Mein Rat, wenn du gerade rechnest: Kalkuliere mit rund hundert Euro im Jahr, dann wirst du nicht überrascht. Alles darunter ist ein gutes Jahr, alles darüber hat meist eine konkrete Ursache, die man abstellen kann. Und führ so einen Zettel im Schuppen – das ist kein Aufwand und beantwortet dir nach zwei Jahren eine Frage, auf die dir sonst niemand eine ehrliche Zahl gibt.
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