Mähroboter winterfest machen: So lagere ich meinen Gartenhelfer richtig ein
Wann bei uns Schluss mit dem Mähen ist
Jedes Jahr im Herbst kommt der Moment, an dem ich unserem Mähroboter den wohlverdienten Winterschlaf verordne. Einen fixen Kalendertag gibt es dafür bei mir nicht – ich richte mich nach dem Rasen. Sobald die Temperaturen dauerhaft unter etwa zehn Grad bleiben, wächst das Gras praktisch nicht mehr, und dann hat auch das Mähen keinen Sinn. Bei uns ist das meistens Ende Oktober, in manchen Jahren zieht es sich in den November hinein.
Was ich gelernt habe: Den Roboter einfach bis zum ersten Frost draußen stehen zu lassen, ist keine gute Idee. Kälte, Dauernässe und vor allem der Akku vertragen sich schlecht. Und im Frühjahr will man ja einen Helfer, der munter aus der Garage rollt – nicht einen, der erst einmal zicken macht. Die Einwinterung dauert bei mir mittlerweile keinen ganzen Nachmittag mehr, und ich gehe sie jedes Jahr nach demselben Schema an.
Der große Putztag: Gründlich, aber mit Gefühl
Bevor der Roboter ins Winterquartier darf, wird er so gründlich geputzt wie sonst nie im Jahr. Was jetzt an feuchtem Grasfilz und Erde am Gerät bleibt, trocknet über die Monate steinhart an oder hält die Feuchtigkeit direkt am Gehäuse – beides mag ich nicht.
- Ausschalten und sichern: Wie immer zuerst komplett abdrehen, dann Handschuhe an und den Roboter auf eine weiche Unterlage legen.
- Unterseite reinigen: Mit Handbürste, Holzstäbchen und Kunststoffspachtel den ganzen Grasbrei von Klingenteller, Gehäuse und Radkästen entfernen. Kein Metallwerkzeug, kein Hochdruckreiniger – nur Geduld und ein feuchtes Tuch.
- Räder ausputzen: Erde und Moos aus dem Profil bürsten. Gerade nach einem nassen Herbst ist da erstaunlich viel drin.
- Oberseite und Sensoren: Haube, Stopptaste und Sensorbereiche mit dem Tuch abwischen, damit nichts verklebt überwintert.
- Ladekontakte kontrollieren: Angelaufene Kontaktflächen wische ich vorsichtig sauber, dann klappt das Andocken im Frühjahr gleich wieder.
Beim Putzen schaue ich mir die Klingen gleich mit an. Sind sie hinüber, kommen sie schon jetzt herunter – dann liegt über den Winter kein stumpfes Zeug am Gerät. Den frischen Satz montiere ich allerdings erst im Frühjahr, so startet der Roboter garantiert mit scharfen Schneiden in die Saison.
Der Akku: Das empfindlichste Stück vom ganzen Roboter
Wenn beim Überwintern etwas schiefgeht, dann meistens beim Akku. Die modernen Lithium-Akkus sind an sich robust, aber zwei Dinge mögen sie überhaupt nicht: Frost und Tiefentladung. Ein Akku, der monatelang leer in der Kälte steht, ist im Frühjahr womöglich dauerhaft geschädigt – und ein neuer Akku kostet richtig Geld.
Deshalb halte ich mich da genau an die Anleitung meines Geräts. Die meisten Hersteller empfehlen, den Akku vor der Einlagerung auf einen bestimmten Stand zu laden – oft ist das ein voller oder zumindest großzügiger Ladestand, manche Modelle haben sogar einen eigenen Wintermodus. Randvoll oder komplett leer sollte er jedenfalls nie in die Pause gehen. Bei längeren Wintern hänge ich den Roboter im Jänner einmal kurz an die Station und lade nach. Das dauert nicht lange und der Akku dankt es mit einem munteren Frühjahrsstart.
Mein Grundsatz: Der Roboter überwintert frostfrei. Ein unbeheizter, aber frostgeschützter Kellerraum oder eine trockene Garage sind ideal. Das warme Wohnzimmer braucht er nicht – dauerhaft hohe Temperaturen sind für den Akku auch nicht das Gelbe vom Ei.
Ladestation und Begrenzungskabel: Was bleibt, was mitkommt
Über die Ladestation wird oft vergessen, dabei steht sie das ganze Jahr im Wetter. Ich nehme sie im Herbst mit hinein: abstecken, Kontakte reinigen, trocken einlagern. Das Netzteil kommt ebenfalls ins Haus – Elektronik draußen im Winterregen zu lassen, wäre mir zu riskant. Wer die Station draußen lässt, sollte sie zumindest mit einer Haube oder einer umgedrehten Kiste vor Schnee und Eisregen schützen.
Das Begrenzungskabel dagegen bleibt, wo es ist – im Boden beziehungsweise im Rasen. Dem Draht macht der Winter nichts. Wichtig sind nur die abgesteckten Kabelenden: Die schütze ich vor Feuchtigkeit, damit sie nicht korrodieren. Ich wickle sie ein und stecke sie in eine kleine Dose beim Stationsplatz. Es gibt dafür auch eigene Schutzkappen, aber meine Dosen-Lösung tut es seit Jahren genauso.
Das richtige Winterquartier
Beim Lagerplatz bin ich wählerischer geworden, seit der Roboter einen Winter in der feuchten Gartenhütte verbracht hat und im Frühjahr muffig gerochen hat. Seither gilt bei uns:
- Trocken und frostfrei: Keller oder angeschlossene Garage, keine zugige Hütte mit Kondenswasser.
- Auf allen Rädern stehend: Ich lagere ihn so, wie er fährt – nicht hochkant und nicht am Rücken, außer der Hersteller erlaubt es ausdrücklich.
- Abgedeckt, aber luftig: Ein altes Leintuch hält den Staub fern und lässt trotzdem Luft dazu. Plastikfolie würde ich nicht nehmen, darunter schwitzt es.
- Außer Reichweite von Mäusen: Kabel sind für Nager leider eine Delikatesse. In unserer Kellerecke war noch nie etwas, aber in der Gartenhütte hätte ich Sorge.
Mein Frühjahrs-Fahrplan – und ein kurzes Fazit
Die Belohnung für die ordentliche Einwinterung kommt im März oder April: Ladestation aufstellen, Kabelenden anschließen, frische Klingen montieren, Akku laden – und Ferdinand, so heißt unser Roboter nun einmal, dreht seine erste Runde, als wäre nichts gewesen. Die erste Fahrt beobachte ich immer, um zu sehen, ob er sauber andockt und nirgends hängen bleibt. Bis jetzt hat er den Start jedes Jahr auf Anhieb geschafft.
Mein Fazit: Die Einwinterung ist keine lästige Pflicht, sondern eine Stunde gut investierte Zeit. Gründlich putzen, den Akku nach Anleitung behandeln, Station und Netzteil ins Trockene, Kabelenden schützen, frostfrei lagern – das ist schon das ganze Geheimnis. Der Roboter hält dadurch schlicht länger, und das Frühjahr beginnt ohne böse Überraschungen. Während der Kleine im Keller schläft, blättere ich derweil in den Saatgutkatalogen. Irgendwer muss ja schon vom nächsten Gartenjahr träumen.
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